Konzept Brust Schmerz und Klinische Entscheidungseinheit
Pressemitteilung vom 30.4.2010
Konzept Brust Schmerz und Klinische Entscheidungseinheit
Häufig notwendiger mehrstündiger Überwachungs- und Diagnostikaufwand beispielsweise beim Herzinfarktausschluss oder bei unklarem Bauchschmerz lassen sich in einer Rettungsstelle häufig nicht optimal umsetzen. Sowohl lange ambulante Wartezeiten im Rettungsstellenbereich als auch unnötig lange Krankenhausaufenthalte sind zu vermeiden.
Somit folgt das Ev.-Freikirchl. Krankenhaus und Herzzentrum Bernau in Brandenburg dem nationalen und internationalen Trend, Rettungsstellen an Krankenhäusern mit einem stationären Bereich zur Aufnahmeentscheidung (sogenannte Clinical Decision Unit) mit optimalen Überwachungs- und Diagnostikmöglichkeiten zu verbinden. Besondere konzeptionelle Bedeutung haben hierbei sogenannte Chest Pain Units für die qualifizierte und standardisierte Versorgung von Pat. mit Schmerzen im Brustkorb und Verdacht auf akute Koronargefäßerkrankung, während in der sogenannten Clinical Decision Unit hauptsächlich die Abklärung anfangs fachlich nicht eindeutig zuzuordnender Patienten mit interdisziplinären Krankheitsbildern erfolgt. Beispielhaft sei auf den anfangs unklaren Bauchschmerz verwiesen, für welchen häufig erst im Verlauf von Stunden herausgearbeitet werden kann, welche genaue Ursache zugrunde liegt, ob eine chirurgische, internistische, gynäkologische oder urologische weitere Behandlung angezeigt ist und ob eine Operation oder nichtoperative Therapie angestrebt wird. Internationale Studien belegen, dass Patienten in einer solchen Situation davon profitieren, wenn in einem modernen Entscheidungskonzept alle verfügbaren Fachbereiche kurzfristig hinzugezogen werden können und der Patient zunächst bei gleichzeitig optimaler Überwachung seiner sogenannten Vitalparameter in zunächst in unmittelbarer Nähe der diagnostischen Geräte (Computertomographie, Kernspintomographie, Herzkatheter-Op, Herz- und Bauchultraschall) aber auch der Intensivstation verbleibt.
Meist kann innerhalb von 12-24 Stunden entschieden werden, ob der Patient wieder in eine ambulante weitere Behandlung entlassen oder für mehrere Tage auf eine konventionelle Krankenhausstation verlegt werden kann. Die Möglichkeit schneller Entscheidungen wurde durch gleichzeitige Etablierung eines neuen Laborsystems / POC-Diagnostik verbessert.
Die räumlichen Voraussetzungen wurden mit 7 Patienten-Einzelzimmern geschaffen, welche alle mit einem Monitorsystem zur Überwachung von EKG, Blutdruck, Puls, Atemfrequenz und Blutsauerstoffsättigung ausgerüstet sind. Das Ärzt- und Pflegeteam ist eng mit der bisherigen Rettungsstelle vernetzt.
Um auch bei weiterhin ambulanten Notfallpatienten in der Rettungsstelle Wartezeiten zu optimieren und diese für alle nachvollziehbar an der gesundheitlichen Dringlichkeit zu orientieren, wird derzeit ein ebenfalls international und national bewährtes Triage-System (Manchester Triage System) etabliert, welches für vorgegebene Symptome und Beschwerde klare maximale Wartezeiten bis zum Arztkontakt vorgibt.
Hinweis für die Redaktionen: Für Nachfragen steht Ihnen Privatdozent Dr. Christian Butter, Herr Christian Hitze, Dr. Robert Lange und Dr. Michael Zänker unter der Telefonnummer (0 33 38 69 4265, zur Verfügung.

